Homerecording 2006 Die rasante Entwicklung
von Heimcomputern in den letzten Jahren hat dem musikbegeisterten
Amateur oder Profi völlig neue Möglichkeiten
eröffnet. So gut wie niemand mietet sich heute mehr ein professionelles
Tonstudio. Fast alle besitzen heutzutage Ihre eigenen Rechner mit
Soundkarten und dementsprechender Software. Allerdings ist man nicht
automatisch zum Toningenieur avanciert nur weil man stolzer Besitzer
eines Aldi-Rechners ist und für 50 € Cubasis erworben hat.
Gutgemeinte Ratschläge zum Equipmentkauf gibt es viele. Ich
möchte mich deshalb mehr auf wesentliche Grundgedanken beschränken.
Außerdem liegt es mir fern für irgendwelche Firmen Werbung
zu machen, auch wenn ich hier in diesem Artikel auch ganz konkret
einige Produkte bzw. Firmennamen anspreche.
Was
braucht der ambitionierte Musiker heutzutage an Equipment um
erfolgreiche Tonaufnahmen
realisieren zu können?
Ich
persönlich bin kein großer Fan von aufwändigem
Equipment, platzfressenden Mischpulten, Racks etc. mein Traum ist
vielmehr ein kleines, mobiles Alleskönnerstudio und das Herzstück
hierfür ist ein leistungsstarkes Notebook mit ein wenig Peripherie
wie externe Soundkarte usw.
In dem zunehmend unübersichtlicher werdenden Notebookmarkt bedarf
es zuerst der Klärung ob man auf Mac oder PC setzt. Die stylischen
Angebote der Firma Apple mit dem unschlagbar guten Programm Logic
Audio sind eine echte Versuchung. Bezüglich der Multimediafunktionalität
befindet man sich mit Logic und evt. Final Cut für den Filmschnitt.in
der Oberliga der Softwareprodukte. Das Problem ist nach wie vor ein
etwas höherer Preis für Hardware und auch die Software
muss man auf Grund des Sicherheitsdongels von Logic unbedingt kaufen.
Bei der Glaubensfrage Mac oder PC habe ich mich allerdings schon
vor über 10 Jahren für Windows-basierte Systeme entschieden.
Meine kurze Zeit mit einem G4 vor etlichen Jahren hat mir persönlich
nicht die Erleichterung gebracht, die ich mir von einem Mac versprochen
hatte, sprich, mein Mac ist damals genauso oft abgestürzt
wie mein Windows Rechner.
Die Ausstattung
des Notebooks sollte, da man es als Desktopersatz benutzen möchte, möglichst hochwertig und modern sein.
Bei einer Neuanschaffung ist ein Intel Core Duo Prozessor Pflicht,
1024 MB RAM sowie eine möglichst große interne Festplatte
und ein möglichst großes Display mit einem zweiten externen
TFT Bildschirm. Der Preis für derartige Systeme beginnt bei
ca. 1500 €. Notebooks in der 700-900 € Preisklasse sind
nicht, bzw. nur sehr bedingt für multimediale Anwendungen geeignet.
Entscheidend für erfolgreiche Aufnahmen ist natürlich auch
die optimale Peripherie. Dazu gehört ein externes Soundsystem,
bei Bedarf mit bis zu 16 Eingängen für echtes Multitrackrecording
das via Firewire, PCMCIA Steckkarte oder USB 2.0 an das System angeschlossen
wird.
Ob EMU, Tascam, RME, M-Audio oder MOTU, die Auswahl an Gerätschaften
ist groß. In der 200 € Preisklasse gibt es meist 2 Kanallösungen,
in der 500 € Preisklasse gibt es bereits 8-16 Audiokanäle
inklusive Phantomspeisung und Midianschluss. Höherwertige Systeme
gibt es dann mit zusätzlicher DSP Power, Plug-Ins wie beispielsweise
bei TC-Electronics und vor allen Dingen mit Mischpulten, so dass
man wieder ein richtiges Studiofeeling während der Recordingsession
bekommt. Mir persönlich genügt ein kleines Tascam US-122
USB Interface, da ich wie gesagt keine komplette Band aufnehme sondern
lediglich Spur für Spur.
Vorteile von externen Soundsystemen:
Kein umständlicher Einbau der PCI Karte in den Rechner
Keine elektrischen Einstreuungen in das Soundsystem mehr möglich
da extern
Deutlich weniger Brummen und Rauschen
Das Soundsystem kann auf mehr als einem Rechner benutzt werden.
Zu bevorzugen
ist hierbei eine Soundkarte mit Firewireanschluß.
USB kann bei gleichzeitiger USB Tastatur und Maus zu unangenehmen
Nebengeräuschen führen. Leider besitzen die wenigsten Notebooks
heutzutage noch PS2 Anschlüsse für Tastatur und Maus.
Achten Sie beim Notebookkauf auch auf eine große Anzahl von
USB- und sonstigen Anschlüssen. Ein Notebook mit nur 3 USB Anschlüssen
ist hoffnungslos unterbestückt. Leider wird hier an der falschen
Stelle gespart. Sie können Soundsysteme übrigens nicht über
USB Hubs laufen lassen, Das funktioniert auch nicht bei diversen
Scannern. Man braucht also deutlich mehr als 3 USB Ports auf seinem
System. Vielleicht ist auch eine PCMCIA Steckkartenlösung mit
Breakout Box eine gute Alternative um ein externes Soundsystem anzuschließen.
Eine zusätzliche, externe, mehrere 100 GB große Festplatte
ist empfehlenswert. Achten Sie dabei auf eine Festplatte mit 7200
Umdrehungen und ein Festplattengehäuse mit leisem Lüfter.
Die meisten externen Festplattenlüfter sind lauter als 3 ausgewachsene
Stand PCs – das ist in einem Tonstudio absolut inakzeptabel.
Hier meine momentane
Empfehlung für erfolgreiches Harddiskrecording
2006
Notebook, vorzugsweise von folgenden Firmen: Toshiba, Asus, Samsung
(vielleicht auch Fujitsu Siemens) mit folgenden Eckdaten:
17“ Monitor
eigene Grafikkarte, kein Shared Memory
Möglichkeit für echten Zweitmonitor Anschluss
mindestens 80-100 GB Festplatte mit 5200 Umdrehungen
mehr als 3 USB Ports
Firewire
1024 MB RAM
falls möglich PS2 Stecker
ordentliche Verarbeitung und stabile Tastatur sind selbstverständlich
Peripherie
Externes Soundsystem mit mindestens 2 Mikrophon und Klinkeneingängen/Ausgängen
Midi
Phantomspeisung
evt. SPDIF Ein- und Ausgänge
eine niedrige Latenz deutlich unter 20 ms
Kleines Midi-fähiges
Keyboard mit anschlagsdynamischer Tastatur
Aktive Kontrollmonitore (Lautsprecher) mit ordentlich Power wie
z.B. Tannoy Reveal
Großflächenkondensator
Mikrophon wie beispielsweise AKG C3000 und ein oder zwei Shure
SM 58 Mikrophone.
Nicht vergessen:
Benutzen sie hochwertige und einwandfreie Kabel. Sorgen Sie bei
Akustikaufnahmen für eine akzeptable Raumakustik. Trotz moderner Computertechnologie gelten noch immer dieselben akustischen
Regeln bei Mikrophonaufnahmen wie vor 100 Jahren!
Es fehlt natürlich noch die dementsprechende Software, die
Ihren schnöden Rechner in ein Multimedia bzw. Aufnahmestudio
verwandelt. Wir
erleben mittlerweile eine enorme Marktkonzentration auf dem Softwaremarkt.
Sämtliche kleine, innovative Softwarefirmen sind
von den Großen der Branche übernommen worden.
Apple kaufte E-Magic
Pinnacle kaufte Steinberg –
Yamaha übernahm daraufhin
Steinberg von Pinnacle
Avid übernahm Pinnacle
Adobe kaufte Syntrillium
Sony kaufte Sonic Foundry
usw.
Ich habe mich
im Lauf der Jahre sehr an folgende Softwareprodukte gewöhnt und benutze für
alle meine Produktionen folgende Produkte:
Für Multitrackrecording:
Cubase SX 3
Für Masteringzwecke: Adobe Audition und Wavelab mit Plug-Ins
von Waves und DSP
Für kreative und schnelle Soundtrackerstellung: Reason und Acid
Diverse virtuelle Instrumente wie beispielsweise: Virtual
Guitar,
Halion Sampler, X-Phraze und PPG ergänzen sinnvoll meine Musiksoftware.
Mit diesem Softwarebundle
sind Sie bestens für alle Aufgaben
gerüstet. Nur noch für Spezialanwendungen benötigen
Sie weitere virtuelle Instrumente und Plug-Ins.
Einen guten und
preisgünstigen Einstieg bietet Ihnen Cubasis,
Wavelab Lite und Acid Music.
Selbst mit einem 1000 € Notebook und dem äußerst
preisgünstigen Tascam US-122 müßte weitaus mehr als
nur ein Einstieg in modernes Homerecording gewährleistet sein.
In diesem Sinne:
Keep on rocking in a free world!
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